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Liebes Tagebuch,

Du kennst mich noch nicht, aber das ist nicht schlimm. Alles, was es über mich zu wissen gibt, werde ich hier im Laufe der Zeit erzählen. Was bringt es dir auch, wenn du meinen Namen, Wohnort oder Beziehungsstatus kennst? Meiner Meinung nach, kennt man einen Menschen erst, wenn man um zwei Uhr nachts mit ner Flasche Bier in der Hand am See saß und seine Träume geteilt hat. Wenn man beim Arzt die Hand gehalten, die Zähne auf Spinat untersucht oder dem Anderen eine Zecke entfernt hat. Wenn man die peinlichen Teenie-Lieblingslieder kennt und sie zusammen beim Karaoke gesungen hat. Wenn man sich gemeinsam verfahren hat und sich dann über den richtigen  Weg in die Haare bekam. Wenn man dann am Ziel ankam und gemeinsam feststellte, dass der Schuppen echt überbewertet ist. Wenn man sich beim Kotzen die Haare gehalten und beim Heulen die Taschentücher gereicht hat. Du siehst, auf was ich hinaus will? Jemanden kennenzulernen erfordert eine Menge Zeit. Und obwohl ich nun seit beinahe 21 Jahren Zeit mit mir verbringe, habe ich doch oft das Gefühl, mich selbst noch nicht richtig zu kennen. Manchmal liege ich Abends im Bett und frage mich: „Was machst du hier eigentlich überhaupt?“. Dann fühle ich mich mir selbst fremd und überlege, wer ich eigentlich bin und wo ich hinmöchte. Dass ich kein 0815-Mensch bin, der sein Abi macht, ein Jahr durch Australien reist und dann Wirtschaftswissenschaften studiert (sorry, an alle, die genau diesen Weg gehen – ich möchte hier nur ein Beispiel anbringen!) habe ich schon früh gemerkt. Ich gehöre zu der Sorte Menschen, die „irgendwie anders“ sind. Etwas sensibler, etwas intelligenter und etwas verschrobener als der Durchschnitt. Nie ganz zufrieden mit sich und der Welt. Immer auf der Suche nach etwas. Dementsprechend ging mein Lebensweg bisher Hauptsächlich über Umwege und Seitensträßchen. Nicht falsch verstehen – das ist im Nachhinein betrachtet gar nicht so falsch gewesen. So habe ich schon früh Erfahrung gesammelt und vieles über mich und die Welt herausgefunden. Aber manchmal wünscht man sich doch einfach „normal“ zu sein. Nunja, ganz „normal“ bin ich definitiv nicht, aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlimm. Dadurch kann ich wenigstens einiges erzählen und vielleicht sogar noch für Unterhaltung sorgen. Mein Freund sagte mal zu mir: „Wenn du eine Superheldin wärst, wäre dein Name Komplexia!“ (Jaja, charmant ist der Kerl!).

Worauf ich eigentlich hinaus will? Es ist unmöglich, mich hier in einem Eintrag vorzustellen. Wenn du also wissen willst, wer ich bin, dann musst du dranbleiben!

Gute Nacht, deine Komplexia 😉

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