0004 – not yet

Vor einiger Zeit habe ich in der FLOW gelesen und einen wunderbaren Artikel gefunden. Es ging dabei um die Dinge, die wir gerne hätten / könnten und wie wir damit umgehen, dass wir sie aktuell nicht haben / können. Die meisten von uns setzen sich deshalb unter Druck. Sie denken: „Warum habe ich meinen Traumjob noch nicht gefunden? Alle in meinem Alter arbeiten schon in irgendeinem tollen Beruf, aber ich werde wohl nie rausfinden, was ich machen möchte…“ oder: „Ich kann einfach nicht malen. Immer wenn ich ein Bild anfange, dann kommt es nicht so raus wie in meiner Vorstellung. Ich sollte aufgeben, mir liegt das einfach nicht!“ oder: „Ich werde mir niemals ein Haus leisten können. Alle meine Freunde haben ein Haus, oder zumindest eine große Wohnung. Nur ich nicht!“. Wir haben also den fixen Gedanken im Kopf, dass wir etwas nicht haben bzw. können und lassen uns davon einschüchtern. Wir gehen davon aus, dass wir den angestrebten Zustand nie erreichen werden, da wir ihn jetzt noch nicht erreicht haben. Aber genau dieses NOCH nicht, ist es das wir uns bewusst machen müssen.

In der FLOW stand, dass eine Schule in Amerika statt schlechter Noten lieber die Wörter „not yet“, also „noch nicht“ unter Klausuren setzt. So zeigen sie den Schülern, dass es NOCH nicht gereicht hat, aber auch, dass sie sich verbessern können. Wir neigen dazu uns mit Anderen zu vergleichen und uns dann schlecht zu fühlen, wegen der Dinge, die wir nicht haben. Wenn wir uns aber bewusst werden, was wir erreichen möchten und dass wir NOCH nicht da sind, aber uns auf den Weg machen können, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn wir zum Beispiel gerne unglaublich schöne Aquarelle malen möchten, dann erfordert das eine gewisse Übungszeit. Wir können nach dem ersten Fehlversuch sagen: „ach mist, ich kann das nicht!“ und aufgeben. Oder wir sagen „hmm, das war NOCH nichts“ und weiter üben. In der Psychologie nennt man diese unterschiedlichen Einstellungen „fixed mindset“ und „open mindset“. Ob wir einen festgelegten, oder einen offenen Geist haben, entscheidet mit welcher Einstellung wir an ein Projekt rangehen. Und unsere Einstellung ist alles! Gehen wir mit dem Gedanken an die Sache „ach, das wird sowieso nichts“, dann erleben wir vielleicht ab und an mal eine positive Überraschung. Meistens geben wir aber auf, bevor es soweit kommen kann. Wenn wir uns aber nach dem ersten Fehlschlag denken „das war NOCH nichts, dann versuche ich es jetzt eben anders“, dann werden wir einen Weg finden.

Wenn also das nächste Mal etwas schief geht, oder eure Freundin ein neues Auto hat, dass ihr euch nicht leisten könntet, dann denkt euch „NOCH nicht!“. Sich das immer wieder in den Kopf zu rufen, hilft unglaublich dabei, sich nicht einschüchtern zu lassen. Wenn ihr etwas wirklich wollt, werdet ihr einen Weg finden, das zu erreichen. Wenn es NOCH nicht jetzt ist, dann ist das keine Schande. Beim Leben ist es ein Bisschen wie beim Kochen: die besten Gerichte brauchen einfach etwas mehr Vorbereitungszeit.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s